Warum ich meinen Bioladen mag!

Auf den ersten Blick ist es vermutlich nicht rational im Bioladen einzukaufen. Die Preise liegen je nach Produkt zwischen 10% und 100% höher als in anderen Läden. Die meisten Grundnahrungsmittel sind qualitativ vermutlich kaum zu unterscheiden. Es gibt auch Studien die bis auf Pestizidrückstände und ggf. Natrium keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Dafür gibt es ziemlich viel Esoterik. Als Produkt und in verschiedenen Produkten und insb. auch in der Herstellung selbiger („nur bei Mondschein anpflanzen“,…). Besonders absurd wird es, wenn „böse“ Bestandteile (z.B. Mononatriumglutamat aka Maggie-Würze) durch noch schlimmere Bestandteile (z.B. Hefe-Extrakt) ersetzt werden. – In den Skeptikerkreisen in denen ich mich tummel, findet sich daher auch viel Spott über Bioläden.

Trotzdem mag ich meinen Bioladen. Ich kaufe oft (meistens) dort ein. Und ich halte mein Verhalten für logisch und rational. Und mich nervt der pauschalisierte Spot über Bioläden (auch wenn er nicht ohne Grund ist. s.o.). Hier sind meine Gründe, warum ich meinen Bioladen mag:

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ASQ_Head

Die ASQ-Methode zur Aufgaben-Priorisierung

tl;dr; Die ASQ-Methode stellt eine Alternative zum klassischen Dot-Voting dar. DaASQdurch dass A_ktive, S_upporter und Q_uiet unterschieden werden, kann man selektieren, für welche Aufgaben sich genug Leute finden, die auch aktiv daran mitarbeiten.

Immer wieder bin ich in Workshops in denen es darum geht Aufgaben, Ziele, Themen oder was auch immer zu priorisieren. Während es für Ideenfindung und Diskussion zahlreiche Formate zur Auswahl gibt, wird die Priorisierung fast immer durch ein Dot-Voting durchgeführt (also dem Kleben einer vorher festgelegten Anzahl an Punkten). Irgendwann kam ich mal auf die Idee stattdessen eine Methode zu verwenden die ich mit einem Freund vor Urzeiten zur Analyse sozialer Situationen entwickelt habe: das ASQ-Modell. Nachdem ich es in letzter Zeit häufiger als Methode einsetze und es gerade in der agilen Community gut ankommt, möchte ich die Methode hier dokumentieren und so vielleicht dem ein oder anderen zugänglich machen.

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Die neuen Liberalen

Den politisch Interessierten in meinem Umfeld dürfte es nicht engangen sein, dass sich gerade eine neue Partei in Deutschland bildet. Ich möchte mich mit der Partei ein wenig auseinandersetzen.

Die Fakten

Vorwiegend aus ehemaligen FDPler, die trotz der Krise keine Chance auf eine Abweichung vom neoliberalen Crashkurs der FDP sehen, sowie einigen (Ex-)Piraten und anderen hat sich gestern der Gründungsvorstand der neuen Lieberalen zusammengefunden. In zwei Wochen soll dann die eigentliche Gründung erfolgen.

Das Grundsatzprogramm sieht schonmal sehr vielversprechend aus und betont den sozialen Aspekt ohne die liberalen Grundideen aufzugeben. Auch die Satzung ist zumindest auf den ersten Blick brauchbar. Neu ist vor allem die Form des Teil-Deligiertensystems und dezentrale Satelliten-Parteitage. Zudem sind Gastmitgliedschaften und Doppelmitgliedschaften möglich.

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Die Schutzbürger

Diese Woche sagte eine Kollegin zu mir. : „Wir sollten nie aufhören zu meckern. Das ist der Grund warum es uns noch besser geht als den Arbeitern in China.“ (Nicht wörtlich, aber sinngemäß). Ich glaube sie hat recht. Deutsche sind miesepetrig, meckern gerne und werden aufmüpfig, wenn sie das Gefühl haben irgendwas von ihren Privilegien zu verlieren. An vielen Stellen mögen diese Eigenschaften auch den Fortschritt behindern, aber es sind auch schützende Eigenschaften.

Die neoliberale Maxime versucht unter anderem alles um den Faktor Arbeit so billig wie möglich zu machen. So Dinge wie Angestelltenrechte, Umweltschutzrechte und Lohnniveaus stören dabei vorwiegend. Doch trotz zahlreicher Angriffe, angefangen von Hartz 4 über die Leiharbeit bis hin zur Schwächung der Gewerkschaften sind wir verglichen mit anderen Ländern wie der USA oder China immernoch auf einem recht erträglichen Niveau. Das was uns schützt und den Abbau bremst sind die Meckerer. Das sind die, die sich einen Abbau nicht gefallen lassen. Das sind diejenigen, die auf die Strasse gehen und Protestieren. Oder sich gleich persönlich bei den Abgeordneten vorstellen. Das sind die, die einen Protest im Unternehmen beginnen. Und es sind diejenigen, die sich organisieren, so dass sich manche Firma nicht traut ihr Mitarbeiter komplett mies zu behandeln. Es sind diejenigen, die vor Schröder die SPD gewählt haben und dies heute trotz Parteibuch nicht mehr tun. Kurz: Es sind die Schutzbürger.

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Go West – Life is warfare there

Den Hit Go West kennt jeder. Was vielleicht nicht jedem Bewusst ist, ist dass die Melodie sehr stark an die Sowjetische Nationalhymne angelehnt ist. Die bekannte Version des Liedes ist Anfang der 90er Jahre von den Pet Shop Boys veröffentlicht worden. Es war eine Zeit in der der kalte Krieg vorüber schien, der Osten sich geöffnet hat und Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Frieden und soziale Marktwirtschaft sich auszubreiten schienen. Die Zahl der Konflikte zwischen Staaten schien abzunehmen. Es war eine gute Zeit. Doch seit dem ist viel passiert und die Zeiten haben sich geändert. Und das brachte mich dazu den Text von Go West etwas zu aktualisieren:

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Ich bin nicht besser als 98% von euch!

Man setzt sich entspannt in das Ruheabteil des ICE und will sich entspannen und dann quatscht dieser Idiot 2 Reihen vor einem die ganze Zeit unglaublich laut von Belanglosigkeiten. Weder auf ein Blick noch auf ein Hüsteln reagiert er. Völlig genervt spreche ich ihn dann nach 30 Minuten an und endlich ist er halbwegs ruhig. Kommt jemand diese Szene so in etwa bekannt vor? Oder wie wäre es mit dem Autofahrer der es offensichtlich eilig hat und drängelt, einem die Vorfahrt nimmt oder einen gewagt überholt. Oder die ganzen Deppen die Müll einfach so auf die Strasse werfen. Die ihr Auto völlig unmöglich parken. Die sich ungefragt in Gespräche einmischen. Die sich völlig Rücksichtslos gegenüber der Umwelt verhalten.

Kennt ihr das? Kennt ihr diese Gedanken, dass die Welt vorwiegend von Idioten bevölkert ist? Dieses unbewusste Gefühl, dass man selber eigentlich viel besser ist. Und wenn alle so wären wie man selbst, dann würde es viel weniger Probleme geben. Wenn ihr das kennt, dann ist dieser Artikel für euch geschrieben. Ich kenne diese Gefühl. Und ich kenne auch die Szenen von oben, wie z.B. die aus dem ICE. Und dummerweise habe ich da noch eine Erkentnis, die sicher viele vor mir hatten, aber vielleicht nicht jeder bisher gemacht hat: Die Person die laut redet, die drängelt und die sich unmöglich verhält, ist jeder von uns. Einer dieser Deppen bin ich selbst.

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